Schmerzerkrankungen, Schmerzkontrolle

Allein in Deutschland leiden fünf bis acht Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Was sind Schmerzen?

Schmerzen (wie andere Symptome auch) sind ein Signal, dass etwas nicht in Ordnung ist (Signal- und Warnfunktion des Schmerzes). Bei vielen Patienten mit chronischen Schmerzen ist jedoch keine Signalfunktion mehr erkennbar. Hier ist eine Schmerztherapie erforderlich, die sich nicht ausschließlich auf das Ausschalten des Schmerzes konzentrieren sollte (Medikamenten oder gar chirurgischen Maßnahmen) sondern die vor allem darauf abzielt, die verborgenen Ursachen aufzudecken.

Obwohl Schmerzerkrankungen durch psychische Faktoren beeinflusst werden, wird die psychotherapeutische Behandlung vernachlässigt. Nur rund fünf Prozent der chronischen Schmerzkranken erhält eine Psychotherapie. Die große Mehrzahl der chronischen Schmerzpatienten wird immer noch ausschließlich medikamentös und damit nicht ausreichend bzw. in vielen Fällen falsch behandelt. Denn unter den Schmerzpatienten befindet sich eine nicht unerhebliche Anzahl von Traumapatienten, die aufgrund mangelnder Diagnostik nicht als solche erkannt werden, weil sie einfach nur ihr Schmerzsymptom präsentieren.

Im Rahmen einer Schmerzbehandlung ist es deshalb immer erforderlich, unverarbeitete emotionale Probleme auszuschließen bzw. aufzudecken und zu bearbeiten. (Ein Beispiel für emotionale Ursachen einer Schmerzerkrankung wäre unbewusste Selbstsabotage oder Selbstbestrafung aufgrund eines unbewussten Strafbedürfnisses.)
Werden die emotionalen Ursachen des Schmerzes ignoriert, wird der Schmerz allen Behandlungsversuchen trotzen.
Weil es so wichtig ist, wiederhole ich es noch einmal: Schmerzbehandlung erfordert in aller Regel das Aufdecken und Bearbeiten der emotionalen Ursachen, die über den Schmerz ihren Ausdruck finden.

Hypnose bietet einen sehr wirksamen Zugang sowohl zur Aufdeckung der emotionalen Ursachen des Schmerzes als auch zur Schmerzkontrolle.
Schmerztherapie mit Hypnose

Schmerzkontrolle gehört zu den ältesten Einsatzgebieten der Hypnose. Es ist bekannt, dass in Hypnose die Schmerzempfindlichkeit stark herabgesetzt bzw. vollständig ausgeschaltet wird. Hypnotische Analgesie wurde in der Medizin lange vor der Einführung von Äther und Chloroform (1846/47) angewandt.

Schmerz ist, ebenso wie auch Wohlgefühl, ein psychophysiologisches Phänomen. Ebenso wie Wohlgefühl ist auch der Schmerz sehr durch psychologische Interventionen beeinflussbar. Hypnose kann die Wahrnehmung von Schmerz durch Menschen dramatisch verändern. Der hohe Stellenwert von Hypnose als klinische Technik zur Schmerzbehandlung ist vielfach untersucht und gut dokumentiert.

In tiefer Hypnose lässt sich die Schmerzunempfindlichkeit durch entsprechende Suggestionen oft leicht herstellen. (Suggestionen wie “taub, unempfindlich, schmerzfrei” etc. werden in Verbindung mit bestimmten Vorstellungen auch verwendet, um mit Hilfe der Selbsthypnose eine Schmerzunempfindlichkeit zu erzeugen).

Man wiederholt die Suggestionen so lange, bis ein deutliches Taubheitsgefühl in dem gewünschten Bereich eingetreten ist.